Angeln in Schweden

Sonnenuntergang am See Åsnen in Südschweden
Sonnenuntergang am See Åsnen in Südschweden

Fernab des Alltags inmitten der beeindruckenden Natur Schwedens auf Hecht, Barsch und Zander angeln ist der Traum vieler Raubfischangler. Angeln in Schweden bietet in vielerlei Hinsicht ein Erlebnis der Extraklasse – mit guten Chancen auf tolle Fische. Mit einer Fläche von mehr als 40000 km2 stehen zur Freude der Angler fast 10% des Landes unter Wasser. Hier findest du praktische Tipps zum Raubfischangeln auf Hecht, Barsch und Zander sowie eine Auswahl von Topködern damit der Urlaub in Schweden zum Erfolg wird. Mit der richtigen Vorbereitung und Ausrüstung können die Chancen gut zu fangen deutlich erhöht werden.

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Aufgrund der großen Wasserflächen ist das Angeln vom Boot die effektivste Methode. Neben dem Schleppfischen ist das Vertikalangeln mit Gummiködern erfolgsversprechend und macht gleichzeitig einen riesen Spaß. Die sehr robust konstruierten Alu Boote von Linder werden vielerorts mit Motor zum Verleih angeboten und sind super zum Angeln geeignet. Neben Anbietern die sich auf Angler spezialisiert haben sind Campingplätze am Wasser immer eine gute Anlaufstelle.

Aufgrund der großen Wasserflächen ist das Angeln vom Boot die effektivste Methode

Linder Kanus und Boote verfügen über eine solide Bauweise und können vielerorts ausgeliehen werden

Angeln auf Hecht, Barsch und Zander

Kapitale Raubfische stehen ganz vorne auf der Liste vieler Petrijünger die sich auf den Weg nach Skandinavien machen. Nicht umsonst da viele Angler die tollen Bilder und Fangmeldungen von Ausnahme-Fischen aus den Angelzeitungen kennen. Auch wenn die Fangaussichten häufig sehr gut sind hast du natürlich keine Fanggarantie und die Fische müssen teilweise hart erarbeitet werden.

Die Erfolgschancen werden von vielen Faktoren wie der Jahreszeit und Wassertemperatur beeinflusst. Einige Wochen nach der Laichzeit im April nehmen die Hechte z.B. mehr Nahrung auf als im Hochsommer und du kannst mit vielen aggressiven Bissen rechnen. Flachwasserzonen mit Seerosen und Krautfeldern oder Schilfgürtel sind dann einen Versuch wert. Wenn im Juni die Wassertemperaturen ihren Höchststand erreichen ziehen sich die Fische gerne ins sauerstoffreiche tiefere Wasser zurück. Wer ein Boot mit Echolot zur Verfügung hat sollte grundsätzlich nach starken Gefällen Unterwasser Ausschau halten. Besonders steil abfallende Kanten sind beliebte Standplätze für große Hechte und ein absoluter Hotspot für Spinnfischer.

Schleppfischen – eine gute Strategie zum Angeln in Schweden

Wo aber anfangen bei den schier unendlichen Wassermassen der großen schwedischen Seen? Wenn möglich sprich mit den Anglern vor Ort. Ich habe die Erfahrung gemacht dass die Einheimischen sehr hilfsbereit sind wenn man freundlich fragt. GPS Koordinaten kannst du in der Regel nicht erwarten aber durchaus hilfreiche Tipps zur Gewässerstruktur, aktuellen Beislaune oder günstigen Windverhältnissen. Ganz ohne Informationen ist das Schleppfischen eine sehr gute Strategie um sich einen Überblick zu verschaffen. Dabei solltest du immer das Echolot im Auge behalten und interessante Strukturen die vom monotonen Gewässergrund abweichen auf dem GPS markieren. Bei einfachen Geräten ohne Navigation kannst du dich an markanten Stellen am Ufer, Felsen im Wasser oder Bojen orientieren. Kanten, Totholz oder Hügel können später nochmal gezielt angefahren und beangelt werden. Achte außerdem auf Futterschwärme und in welcher Tiefe sie sich aufhalten.

Im besten Fall hast du Wobbler mit unterschiedlichen Tauchschaufeln in deiner Köderbox, sodass du verschiedene Gewässerzonen gleichzeitig befischen kannst. Neben Länge und Winkel der Tauchschaufel gilt: Umso schneller die Fahrt und umso weiter du den Wobbler rausgelassen hast desto tiefer wird er laufen. Was die Schleppgeschwindigkeit betrifft sind 3-4 km/h ein guter Anhaltspunkt.

Für die sportlichen unter euch: Auch das Schleppen mit einem Kanu klappt wunderbar. Denkt aber auf jeden Fall an *und eine geeignete Befestigung für die Geberstange falls ihr ein Echolot habt.

Die richtige Ausrüstung – Hecht

Für das gezielte Angeln auf Hecht solltest du keine Kompromisse eingehen. Die Kleinteile für deine Montagen müssen hochwertig sein und großen Fischen standhalten. Doppelt gesicherte Staylock Wirbel die mittels Quetschhülse am Vorfach befestigt werden haben sich bewährt. Als Vorfachmaterial eignet sich 0,80mm Fluorocarbon am besten. Es hält scharfen Hechtzähnen stand und ist relativ unauffällig im Wasser. Im Vergleich zu Stahl hat Fluorocarbon einen geringen „Memoryeffekt“ und verkringelt nicht bei Belastung bzw. Hängern. Außerdem ist es relativ steif und verhindert so Verhedderungen beim Werfen. Als Hauptschnur eignet sich eine geflochtene Schnur in der Stärke 0,16-0,20 mm die z.B. mit dem FG oder Mahin Knoten direkt am Vorfach befestigt wird um auf unnötiges Metall an der Montage zu verzichten. Eine Steckrute von 2,70m mit einem Wurfgewicht von 20-50g und eine 3000-4000er Stationärrolle sind zum Schleppen und Jiggen gleichermaßen geeignet.

Erfolgreiche Köder zum Hechtanglen

In flachen Gewässerbereichen kommen Wobbler oder Jerkbaits zum Einsatz die auf Grund ihrer Fängigkeit auch sehr gerne von den Schweden gefischt werden. Für wirklich schwere Jerks kann die Rute natürlich auch etwas kräftiger ausfallen. Zum Vertikalangeln im Freiwasser bieten sich Gummifische ab 10cm aufwärts an mit denen die Kanten abgeklopft werden. Eine saubere Köderführung und ein lebhaftes Spiel eurer Köder provozieren einfach mehr Bisse und entscheiden auch in Schweden über Erfolg oder Misserfolg.

Die richtige Ausrüstung – Zander

Beim Schleppfischen auf Zander kann die oben genannte Kombination zum Einsatz kommen – Wobbler in einer schlanken Bauform (Minnows) die in Grundnähe angeboten werden bringen die meisten Zanderbisse. Beim aktiven Spinnfischen spielt der Wahl der richtigen Rute eine wesentlich größere Rolle. Ein harter schneller Rutenblank der den direkten Kontakt zum Ködern erlaubt und zuverlässig auch vorsichtige Anfasser anzeigt ist zum gezielten Zanderangeln die erste Wahl. Eine 2500er Rolle mit 0,10-0,14mm geflochtener Schnur und ein abriebfestes Monofil Vorfach mit 0,40mm Durchmesser sind die perfekte Ergänzung. Die klassischen Zandergummis sind ebenfalls schlank mit flachen Schwanztellern und werden am Grund angeboten. Vor allem in den Abend- und Nachtstunden ist auch das Angeln vom Ufer mit totem Köderfisch sinnvoll. Eine leichtgängige Laufbleimontage an der ein schlanker Köderfisch am Grund abgelegt wird hat schon so manches Glasauge überzeugt. Mit einem elektronischen Bissanzeiger und offenem Schnurfangbügel bekommst du die Bisse mit und kannst gleichzeitig den Sonnenuntergang und ein kaltes Øl genießen.

Erfolgreiche Köder zum Zanderangeln

Die richtige Ausrüstung – Barsch

Für eine gute Bisserkennung muss das richtige Gerät zum gezielten Barschangeln auch bei leichteren Ködern eine schnelle Rückmeldung aufweisen. Ein guter Barsch-Allrounder mit 5 bis 20 Gramm Wurfgewicht und einer Länge zwischen 195 und 240 cm ermöglicht in Kombination mit der geeigneten Rolle und Schnur auch moderne Finesse Methoden ohne den Kontakt zum Köder zu verlieren. Eine leichte 2000er Rolle mit geflochtener 0,08 mm Schur sind die richtige Wahl. Mit dieser Kombination kannst du neben kleinen Gummifischen auch Twister und Co. am Texas oder Carolina-Rig anbieten und die Barsche zum Biss animieren. Um die Scheuchwirkung der Schnur zu minimieren sollte der Hauptschnur ein Fluorocarbonvorfach (0,20-0,25 mm) vorgeschaltet sein. Der Albright– oder Blutknoten reichen aus um das Monofil mit der Geflochtenen Schnur zu verbinden. In der einfachsten Version wird dann ein kleiner Karabiner (ohne Wirbel) montiert der einen schnellen Köderwechsel erlaubt.

Erfolgreiche Köder zum Barschangeln

Angelkarten

Ein Fischereischein wie in Deutschland wird in Schweden nicht benötigt. Ganz ohne Angelerlaubnis darf man in Schweden aber nur an der Küste und an den fünf größten Seen – Vänern, Vättern, Mälaren, Hjälmaren und Storsjön angeln. Für alle anderen Gewässer brauchst du eine Lizenz die man bequem online kaufen kann. Auf dem offiziellen Portal iFiske erhält man außerdem hilfreiche Informationen über die verschiedenen Gewässer und aktuelle Bestimmungen.

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2 comments

  • Hallo,

    starker Artikel, da kriege ich gleich einmal Lust mir für das Frühjahr einen Angeltrip raus zu suchen!:-) Mit Kunstködern auf Kapitale, das ist in dieser unberührteren Umgebung sicherlich ein ganz besonderes Erlebnis mit sehr guten Aussichten. Prima, beste Grüße und ein Petri

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