Stickbait selber bauen DIY

Do it yourself: Stickbait selber bauen

In diesem Beitrag wird Schritt für Schritt erklärt wie du selbst einen sinkenden Stickbait baust. Der Köder hier wurde zum Angeln auf große Meeresräuber entworfen und soll später den klassischen „Walk the Dog“ Lauf hinlegen. Der Stickbait wurde schwanzlastig ausgebleit um ein Verheddern der Schnur beim Werfen zu verhindern. Um den extremen Belastungen im Drill standhalten zu können habe ich durchgehend 1.8 Millimeter starken Edelstahldraht verwendet in den später die Sprengringe eingehängt werden. Der Körper selbst wurde aus einem Kiefer Kantholz gefertigt das leicht bearbeitet werden kann. Da Nadelholz sehr weich ist habe ich abschließend 3 Schichten Epoxydharz zum Schutz aufgetragen. Sehr gut geeignet wäre auch Lindenholz oder PU Hartschaum in der Dichte M450 oder mehr. Je leichter das Material ist desto mehr Blei muss später verbaut werden damit der Köder sinkt. Selbstverständlich kannst du Größe, Form und Gewicht deinen eigenen Bedürfnissen anpassen. Viel Spaß beim Nachbauen und ausprobieren!

Materialliste für den Stickbait:

  • Edelstahldraht 1.8 mm
  • Flachrundzange/Kombizange
  • Kantholz oder PU Hartschaum (Minimum M450)
  • Epoxydharz und passender Härter
  • Pinsel
  • Holzspachtel*
  • Köderkarussell
  • Raspel und Feile
  • Cutter-Messer
  • Schleifpapier
  • Airbrush oder Sprühdosen
  • Kartoffelnetz
  • Rundbleistange 10 mm
  • Bohrmaschine und verschiedene Bohrer
  • Bandsäge oder alternativ Sticksäge
  • Fuchsschwanz Säge

Schritt 1: Als erstes kannst du die Form deines Stickbaits mit Hilfe einer Schablone auf das Holz übertragen. Achte darauf dass keine Äste oder Risse in dem Abschnitt vorhanden sind. Anschließend wird die Grundform mit Hilfe einer Bandsäge oder alternativ mit der Stichsäge ausgesägt. Da ich eine Bleirundstange als Gewicht verwende, habe ich den Köder in zwei Hälften geteilt die später wieder verklebt werden. Die Bleirundstange sorgt dabei für Stabilität wie bei einer Stiftverbindung. Außerdem sparst du dir so das Schmelzen und Giesen von Blei.

Schritt 2: Mit einem 11 mm Bohrer werden dann die Löcher für die Bleistange gebohrt. In meinem Fall waren das stolze 170 g. Wie bereits erwähnt sollte der Schwanzteil etwas schwerer sein als der Schnabel. Das sorgt für einen schönen Lauf und weite Würfe ohne Verhedderungen. Achte darauf die Bohrungen möglichst exakt zu zentrieren damit dein Köder später nicht auf die Seite kippt. Keine Sorge – eine kleine Unwucht kannst du später beim Formschleifen ausgleichen.

 

Tipp: Nachdem du die Grundform ausgesägt hast kannst du das Blei mit Klebeband am Holz befestigen und überprüfen wieviel Gewicht du brauchst bis das Holz untergeht.

Schritt 3: Setze jetzt die vorbereitete Bleirundstange in die Bohrlöcher ein und trage reichlich Leim auf die Schnittflächen auf. Ich verwende dazu einen wasserfesten Leim von Ponal. Damit alles gut hält fixierst du beide Hälften mit einer Schraubzwinge oder im Schraubstock.

Schritt 4: Bringe den Stickbait mit Hilfe eines Cutter-Messers grob in Form. Anschließend kannst du mit einem Fuchsschwanz auf der Bauchseite einen Schlitz in den Köder sägen in den später der Draht eingepasst wird. Wenn das Blei dabei angesät wird ist das nicht weiter schlimm.

Schritt 5: Jetzt kannst du dir den Edelstahldraht zurechtbiegen. Am besten du zeichnest dir die Form auf deine Köderschablone auf und benutzt diese als Vorlage. Hilfreich sind hier Schraubstock und eine Flachrundzange. Um auf Nummer sicher zu gehen habe ich die kritischen Stellen noch mit einem dünnen Draht umwickelt und mit zwei Komponenten Epoxydkleber im Stickbait fixiert. Das fertige Gestänge wird jetzt in den Köder eingesetzt und der Schlitz wieder mit einem Holzspachtel versiegelt.

Schritt 6: Hier beginnt der Spaß. Es ist an der Zeit den Köder mit Raspel und Feile in Form zu bringen. Wenn die Form stimmt und alles schön symmetrisch ist wird die Oberfläche mit Schleifpapier nachgearbeitet bis sie schön glatt ist.

 

Tipp: Nicht vergessen den Köder im Wasser zu testen. Kippt er zur Seite muss die Form nachgearbeitet werden. Falls das nicht Hilft kann noch etwas Blei im Bauchteil eingesetzt werden um den Köder zu stabilisieren.

 

Schritt 7: Bevor ich meinen Stickbait grundiere, trage ich eine Schicht Epoxydharz auf das Holz auf um eine absolut glatte Oberfläche zu erzielen. Das Holz wird dabei versiegelt und bekommt zusätzlich noch Stabilität. Um Tropfen und Nasenbildung zu verhindern wird der Köder in einem Köderkarussell getrocknet.

Schritt 8: Der Stickbait kann jetzt Grundiert werden. Damit die Farben später schön zur Geltung kommen und leuchten habe ich Weiß gewählt. Für die Grundierung und „Bemalung“ benutze ich Acrylfarbe und eine Airbrush Pistole. Als Alternative eigenen sich aber auch Sprühdosen z.B. von Belton* mit denen man bereits tolle Ergebnisse erzielen kann. Das Sprühbild ist allerdings nicht mit dem einer Airbrush vergleichbar.

Schritt 9: Falls du dich schon gefragt hast wozu das Kartoffelnetzt gebraucht wird: Jetzt ist es soweit. Um ein Schuppenmuster zu erhalten habe ich den Köder mit dem Netz bespannt und dann blau lackiert. Hierzu gibt es bereits viele tolle Anleitungen im Internet. Nachdem alles getrocknet ist habe ich den Rücken in Schwarz und den Bauch in Weiß lackiert. Deiner Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt.

Stickbait selber bauen DIY Big Game Fishing

 

Schritt 10: Um eine saubere Oberflächenversiegelung zu erhalten habe ich abschließend 3 Schichten Epoxydharz als Finish aufgetragen. In die erste Schicht habe ich noch feinen Silberglitter eingerührt wodurch ein schöner Glitzereffekt entsteht der sich im Wasser richtig gut macht. Schaut einfach mal was sich so in der Schminke Tasche eurer Partnerin findetJ. Zum Trocknen wird der Köder wieder ins Karussell gespannt. Dazu verwende ich übrigens einen umfunktionierten Grillspieß.

 

Tipp: Damit ihr den Pinsel mehrmals verwenden könnt muss er sofort nach der Verarbeitung von Epoxydharz in Aceton ausgewaschen werden. Da Epoxydharz aber sehr schwer zu lösen ist und der Pinsel nie komplett sauber wird, entsorge ich ihn nach spätestens drei Durchgängen.

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